Es gibt unter uns immer auch Idealisten, die über ihr Alltagsleben hinaus schauen, – die Möglichkeiten zu weiterer Entwicklung und für ein besseres Leben finden. Im Bezirk Valmiera gab es Menschen, die solchen Idealen dienen wollten. Eines dieser Ideale war, eine Schule für Kinder zu gründen, – eine den Kindern angepasste Schule, nicht nach Regierungs- oder Partei- Programm. Während sie nach einer solchen Schule Ausschau hielten, begegneten ihnen Anthroposophie und Waldorfpädagogik. Sie erkannten, dass dies die Art Schule war, die sie für ihre Kinder wünschten, – und dass sie selber gerne in einer solchen Schule arbeiten würden. Um dies zu erreichen, mussten sie noch lernen.

Sie verkauften ihr Vieh, nahmen ihre zwei Kinder und zogen nach Norwegen. Dort begegneten sie dem, wovon sie immer geträumt und wonach sie gesucht hatten: Sie machten die Erfahrung, dass Menschen zusammen leben und arbeiten können, dass sie füreinander sorgen, zusammen feiern und nach dem tieferen Sinn des Lebens suchen, – danach, in die Geheimnisse des wahren Menschenwesens einzudringen. Sie erlebten und erkannten, dass sie, um dies zu erreichen, die Hilfe aller Mitmenschen brauchen würden, – einschließlich derer, die sonst von der Gesellschaft als behindert, nutzlos betrachtet werden, – dass gerade diese nutzlosen, besonderen Menschen es sind, welche das Geheimnis des Zusammenlebens kennen und von wahrer Liebe und Vergebung.

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Im Juli 1999 kamen die Familie Neimanis, – Inga, Vilnis und die Kinder Karlis und Marta mit ihrem Norweger- Freund Elling nach Lettland zurück, um ein kleines Camphill- Dorf auf ihrem Besitz Rozkalni zu gründen. Freunde aus dem Camphilldorf Vidaraasen in Norwegen, wo sie fünf Jahre lang gelebt hatten, hatten beschlossen, ihnen zu helfen.

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Die Arbeit konnte beginnen. Zuerst wurde das alte Wohnhaus von Rozkalni erneuert; und nun ist es ein Wohnhaus, wo bis zu zehn Menschen zusammen leben können. – Am 27.November schon wurde eine Camphill- Stiftung gegründet, und der ganze Grundbesitz der Neimanis wurde dieser Stiftung übereignet.

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Der Architekt Rolf Jakobson hatte schon in Norwegen ein großes Wohnhaus projektiert. Dieses Haus sollte mit Strohballen gebaut werden Der Bau begann im Mai 2000.

Am 17.Mai 2000 kam der erste behinderte Mensch nach Rozkalni.

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Im gleichen Jahr, im August, war Rozkalni voll von jungen Leuten und Lehrern der ökologischen Bauschule „Brobygger skolen“ aus Norwegen. Die Idee dieser Schule ist es, Brücken zu bauen zwischen Kopf und Händen, zwischen Theorie und Praxis. Während zwei Monaten wurden Lehm und Strohballen zusammen getragen.

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Am 9.September 2002 wurde das neue Haus eingeweiht und heißt nun: Zenta Maurina – Haus.

Viele haben schon vom Camphill- Dorf Rozkalni gehört, und die Geschichte geht weiter…